Der Global March gegen Kinderarbeit

Der Global March gegen Kinderarbeit

Stellt sich hinter die im folgenden dargestellte Kampagne, an der in Deutschland die Welthungerhilfe beteiligt ist. Der hier verfolgte Ansatz ist das wohl wirksamste Instrument um Kinderarbeit zu überwinden.

Lesen Sie dazu auch den Artikel von Antje Paulsen:

Schule ist der beste Arbeitsplatz. (Mehr...)

Die Kampagne wurde im Mai 2003 von der Deutschen Welthungerhilfe und ihren in der Alliance2015 zusammengeschlossenen Schwesterorganisationen Hivos (Niederlande) und Concern (Irland) gestartet. Grundgedanke ist, dass jedes Kind ein Recht auf eine gute Grundbildung in einer staatlichen Tagesschule hat. In diesem Zusammenhang setzt sich die Alliance2015 für eine koordinierte europäische sowie deutsche Politik in den Bereichen schulische Grundbildung und Abschaffung von Kinderarbeit in Entwicklungsländern im Sinne der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen ein. Ziel ist es, die zuständigen Gremien der EU sowie die Regierungen und Parlamentarier der Mitgliedsländer dazu zu drängen, für eine aktivere Politik und Mittelmobilisierung zur weltweiten Abschaffung der Kinderarbeit einzutreten. International und national abgestimmte Maßnahmen sind dringend erforderlich, um die im Jahr 2000 auf dem Weltbildungsforum in Dakar von 165 Ländern unterzeichneten Beschlüsse, welche die Durchsetzung von Bildung für Alle bis 2015 fordern, nicht scheitern zu lassen.

Der nachhaltigste und effektivste Faktor zur Abschaffung von Kinderarbeit ist die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Diese muss allen Kindern mindestens bis zum 14. Lebensjahr eine kostenlose formale Schulbildung garantieren und die weltweit ca. 250 Millionen Kinderarbeiter gezielt in das Schulsystem integrieren. Nur auf diesem Weg können sie dem Arbeitsmarkt entzogen werden und arbeitslose Erwachsene mit besserer Entlohnung an ihre Stelle treten.

Weitere wichtige Forderungen der Kampagne an die EU:

Die Zuständigkeit für die Bereiche Bildung und Kinderarbeit zusammen zu führen, um einheitliche Konzepte zu entwickeln und bei UNESCO, ILO, IPEC, Weltbank etc. auf mehr Abstimmung und ganzheitliche Schritte zu drängen.

  • Die vorgesehenen 20% des EU-Entwickungshilfebudgets wirklich für die Bildung und Gesundheit von Kindern zum Einsatz zu bringen. 2002 wurden nur alarmierende 0,33% für Bildung verwendet. Mitgliedsstaaten der EU sollten mindestens 8% ihres Entwicklungsetats in formale Schulbildung fließen lassen.

  • Die EU und die entsprechenden nationalen Ministerien müssen ihre laufenden Bildungsprogramme auf deren Auswirkungen zur Überwindung von Kinderarbeit überprüfen.

  • Nichtformale Bildungsprogramme, Teilzeitunterricht oder Abendschulen unterlaufen das Ziel Kinderarbeit abzuschaffen. Sie muten den Kindern eine nicht zu tolerierende Doppelbelastung auf Kosten von Gesundheit und Schulbildung zu. Deshalb sollten solche Programme langfristig nicht gefördert werden.

  • Besonderes Augenmerk muss auf die Schaffung eines raschen Zugangs zu Bildung für Mädchen unter gezielter Einbeziehung der Kinderarbeiterinnen gelegt werden.

Die Ziele der Kampagne sind mit denen von Global March identisch und werden deshalb ausdrücklich begrüßt und aktiv unterstützt.

www.globalmarch.de
rr