...............AKTUELLES BEI GLOBAL MARCH GEGEN KINDERARBEIT.............



Indische Kinderarbeiter besticken Blusen für deutschen Markt unter erbärmlichen Bedingungen in Neu Delhi.................................................................

„In Indien haben kleine Jungen unter erbärmlichen Bedingungen Blusen für das Versandhaus Heine bestickt, das zum Otto-Konzern gehört. Manche wurden als Arbeitssklaven verkauft. Raju, der wie ein Zehnjähriger aussieht, hockt in einem stinkenden Kellerloch in Neu-Delhi. Er stickt und stickt und stickt - 14 Stunden am Tag verziert er Blusen mit Pailletten. […] Ein Junge, Anil, sagt, er sei zwölf. An der Rückseite seiner Beine hat er frische Wunden. Der Aufseher steht daneben, als der Kleine heftig bestreitet, geschlagen worden zu sein. "Ich will hier arbeiten", sagt er. "Da weiß ich, wo ich schlafen kann." Der Rücken tut ihm weh von der gebeugten Haltung bei der Arbeit. […] "Es ist meine Aufgabe zu arbeiten", sagt Anil. "Meine Eltern brauchten das Geld für andere Familienmitglieder und haben mich verkauft." […] Vor vielen Werkstätten stehen Komplizen der Besitzer Schmiere und achten darauf, dass sich niemand zu sehr dafür interessiert, was drinnen passiert. In den vergangenen Monaten hat die indische Polizei eine ganze Reihe der illegalen Fabriken ausgehoben und mehrere hundert Kinder aus den Stickereien geholt. Doch viele Kinderschutzorganisationen sehen die Razzien eher als PR-Aktionen an. "Es ist unmöglich, diese furchtbaren Werkstätten alle dichtzumachen", fürchtet Kailash Satyarthi, der Vorsitzende von "Global March Against Child Labour".

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Indien: Protestmarsch in Südasien gegen Kinderhandel...................................

Am 25. Februar 2007 wird in Kalkutta der 2500 km lange Protestmarsch gegen Kinderhandel in Südasien mit 100 Demonstranten starten. Er will ein Zeichen setzen gegen Kinderhandel in und zwischen den Staaten dieser Region.

Die indische zivilgesellschaftliche Bewegung Bachpan Bachao Andolan (BBA) ist bekannt dafür, mit langen Protestmarschen gegen Kinderarbeit und für Bildung einen großen Teil der Bevölkerung auf diese Themen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr wird der Kampf gegen Kinderhandel und Kindersklaverei in den Vordergrund gerückt. Ziel ist es, zivilgesellschaftliches Engagement in diesem Bereich zu stärken, den Staat zur Übernahme politischer und gesetzlicher Verantwortung zu ziehen und Maßnahmen für die Rettung, Behandlung und Rehabilitierung der betroffenen Kinder einzufordern. Der öffentliche Druck soll durch das Engagement ehemaliger Opfer von Menschenhandel verstärkt werden.

BBA fordert Eltern, Jugendliche, lokal Politiker, Aktivisten und Vertreter aus der Wirtschaft auf, sich dem Protest gegen Kinderhandel anzuschließen. Menschenhandel ist eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen, dem vor allem mit einer entsprechenden nationalen Gesetzgebung und länderübergreifender Zusammenarbeit begegnet werden muss.



Indien: 200 Millionen Pfund für Bildungsprogramm ............................................

Der britische Finanzminister hat am 18. Januar 2007 bei einem Treffen mit ehemaligen Kinderarbeitern in Neu-Delhi Indien sein Engagement im Kampf gegen Kinderarbeit und für die Durchsetzung von Bildung für Alle bekundet.

Gegenüber den Kindern und dem Vorsitzenden von Global March gegen Kinderarbeit, Kailash Satyarthi, begründete er, dass sich seine Regierung dem Ziel verpflichtet, Kindern in armen Ländern, die Chance zu geben, uneingeschränkt am Schulunterricht teilzunehmen. Um diesen Worten Taten folgen zu lassen, hat er dem indischen Regierungsprogramm für „Bildung für Alle“ zusätzlich 200 Mio. Pfund zugesagt.

Der 14jährige Om Prakash Gurjar, Gewinner des Internationalen Friedenspreises für Kinder 2006, forderte Brown auf, andere Länder wie Deutschland, die USA oder Italien dazu zu drängen, mehr Geld für Bildungsprogramme zur Verfügung zu stellen.

Kailash Satyarthi stellt die enge Verbindung zwischen der Umsetzung universaler Grundschulbildung und der Abschaffung von Kinderarbeit heraus. Global March arbeitet gemeinsam mit der Global Campaign for Education für die stärkere Verzahnung von Politikansätzen in beiden Bereichen. Unterstützt werden die Anstrengungen vom Gewerkschaftskongress und Education International. Auf Regierungs- und UN-Ebene müssen die Bekämpfung von Kinderarbeit und die Verwirklichung allgemeiner Grundschulbildung im Rahmen einer nationalen Armutsstrategie eingebettet sein. Gordon Brown versprach, sich während des G8 Prozess in diesem Jahr für eine bessere Finanzierung der EFA Fast Track Initiative einsetzen, da diese für arme Länder eine realistische Chance bietet, das zweite Millennium Entwicklungsziel „Realisierung allgemeiner Grundschulbildung bis 2015“ zu erreichen.



Europäischer Auftakt der Global Aktionswoche der Globalen Bildungskampagne: Join Up! Bildung ist ein Menschenrecht – Bildet eine Menschenkette!...............................................................................................................

Im Europäischen Parlament wurde am 30. Januar 2007 der Auftakt der Globalen Aktionswoche für die Durchsetzung von Bildung als Menschenrecht gefeiert. Die Globale Aktionswoche wird vom 23-30 April 2007 stattfinden. In Deutschland wird sie von der Globalen Bildungskampagne getragen.

Die Auftaktsveranstaltung wurde von der Global Campaign for Education organisiert, an ihr nahmen Schüler aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Argentinien und Senegal. Die Schüler aus Europa hatten die Möglichkeit ihren Abgeordneten im EU-Parlament Fragen zu stellen und sie aufzufordern, sich dafür zu engagieren, dass für die 80 Millionen Kinder ohne Zugang zu Schulbildung endlich das Recht auf Bildung verwirklicht wird. Im Mittelpunkt steht dabei die weltweite Realisierung von allgemeiner Grundschulbildung, die gemäß der Millennium-Entwicklungsziele bis 2015 erreicht werden soll. Dabei geht ein Appell an die reichen Länder, ihre finanziellen Hilfen für den Bildungsbereich in Entwicklungsländern deutlich anzuheben. Langfristige, für die Entwicklungsländer planbare und vorhersehbare Hilfe ist besonders wichtig, um Lehrergehälter abzusichern und Schulbücher zu kaufen.

Bildung steht außerdem in engem Zusammenhang mit der Verbreitung von Aids. Nicht nur das Bildung zu einem höheren Bewusstsein für die Gefahr von HIV/ Aids beiträgt: In Swaziland sind zwei Drittel der Mädchen ohne Schulbildung HIV positiv. Ein zusätzliches Jahr Schulbildung für Mädchen in Afrika verringert deren Risiko, an Aids zu sterben um 8 Prozent.

Gemeinsam mit den EU-Abgeordneten bildeten die Schüler anschließend eine Menschenkette. Die zentrale Message der Menschenkette, die auch Symbol der diesjährigen Globalen Aktionswoche sein wird, ist, dass mindestens das Recht auf eine allgemeine, kostenlose und qualitativ gute Grundschulbildung weltweit durchgesetzt werden muss.

www.globalmarch.de