POLICY VON GLOBAL MARCH



Position des Global March gegen Kinderarbeit ....................................

Global March setzt sich für die sofortige Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit sowie für die Abschaffung jeglicher Form von Kinderarbeit ein, welche den erfolgreichen und regelmäßigen Schulbesuch eines Kindes behindern und sowohl deren physische als auch psychische Entwicklung negativ beeinflussen. Damit Kinderarbeiter nicht in einer Armutsfalle gefangen werden, muss jedem Kind das gleiche Recht garantiert werden, von wirtschaftlicher Ausbeutung frei zu sein, und mindestens eine kostenlose und qualitativ gute Grundschulbildung zu erhalten. Veranschaulicht wird dies im Dreiecksmodell des Global March: Bildung für Alle + Armutsreduzierung = Eine Welt frei von Kinderarbeit.

Gleichberechtigung für jedes Kind ..........................................................

Kinderarbeit muss als ein in der Gesellschaft tief verwurzeltes System verstanden werden, welches Armut, soziale Missstände, Ungerechtigkeit und unfaire wirtschaftliche Praktiken aufrechterhält. Kinderarbeiter sind Opfer einer unzulänglichen Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialpolitik sowie schlecht gelenkter Gesellschaftssysteme. Die überwiegende Mehrheit der Kinderarbeiter stammt aus sozial benachteiligten Familien. Armut ist zweifellos ein zentraler Grund, weshalb Kinder gezwungen sind, zu arbeiten. Sie ist aber nicht nur eine Ursache sondern zugleich eine Folge von Kinderarbeit. Für die Abschaffung von Kinderarbeit müssen Konzepte entwickelt werden, die verschiedene Maßnahmen wie z.B. die gezielte Förderung armer Familien, die Erhöhung der öffentlichen Ausgaben für den Bildungssektor, dessen qualitative Verbesserung und gesetzliche Maßnahmen (z.B. Schulpflicht, Mindestalter zur Beschäftigung) einbeziehen.

Allgemeine und qualitativ gute Grundschulbildung als Menschenrecht...............................................................................................

Das Recht auf allgemeine Grundschulbildung muss als fundamentales und unteilbares Recht eines jeden Kindes in die Realität umgesetzt werden. Es kann keine Debatte darüber geben, dass irgendeine Regierung zu arm ist, dieses Grundrecht zu gewährleisten. Es ist vor allem nicht hinnehmbar, dass Kinder, deren Eltern die Kosten von Schulbildung nicht aufbringen können, vom Zugang zu ihr ausgeschlossen werden. Ein gleichberechtigter Zugang zu Grundschulbildung kann u.a. nur durch eine ausreichende staatliche Finanzierung, die Reduzierung privater Kosten, der Ausweitung des Zugangs und die deutliche Verbesserung der Bildungsqualität erreicht werden. Die Steigerung der öffentlichen Ausgaben für den Bildungssektor und die Erhöhung von Investitionen in Programme zur Abschaffung von Kinderarbeit sind in erster Linie politische Entscheidungen, an denen die Regierungsverantwortung gemessen werden kann.

Ausbildung statt Ausbeutung ....................................................................

Dieses zentrale Motto von Global March wird verdeutlicht in seinem Aktionsrahmen, der sich auf die ILO Konventionen 189 und 138 sowie die EFA-Ziele und die UN-Kinderrechtskonvention bezieht. Im Vordergrund steht die Abschaffung von Kinderarbeit, indem das Recht auf Grundschulbildung umgesetzt wird, das Ende der Schulpflicht mit dem legalen Mindestalter zur Aufnahme einer Beschäftigung übereinstimmt und die internationalen finanziellen sowie politischen Anstrengungen zur Verringerung der Armut und zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele stärker auf das Problem der Kinderarbeit Bezug nehmen.

Wirtschaftlicher Nachteil von Kinderarbeit ............................................

Kinderarbeit und fehlende Bildungsmöglichkeiten haben negative ökonomische Auswirkungen: die Wirtschaftsentwicklung verlangsamt sich oder stagniert und die Produktivität und Kenntnisse von zukünftigen Erwerbstätigen bleibt gering. Oft werden Kinder als Arbeitskräfte bevorzugt, da ihre fügsame Natur es den Arbeitgebern erleichtert, sie auszubeuten und sie ohne oder für geringe Bezahlung arbeiten zu lassen. Somit werden die Arbeitslöhne von Erwachsenen gedrückt und ihre Verhandlungsposition z.B. bei der Forderung nach dem rechtlich garantierten Minimumlohn oder fairen Arbeitsbedingungen geschwächt. Während mehr als 210 Millionen Kinder in einem Arbeitsverhältnis stehen, gibt es weltweit mehr als 180 Millionen Erwachsene, die offiziell als arbeitslos gelten. Dagegen haben Investitionen in qualitative und ausreichend lange Bildung umfassend positive Effekte auf die gesamtwirtschaftliche und soziale Entwicklung einer Gesellschaft.

Integration von Bildungs- und Kinderarbeitspolitik ............................

Eine Ursache für das Fortbestehen von Kinderarbeit ist einerseits das Fehlen eines angemessenen Bildungssystems, während Kinderarbeit andererseits eines der größten Hindernisse bei der Durchsetzung universaler Grundschulbildung darstellt. Maßnahmen zur Abschaffung von Kinderarbeit und zur Erreichung allgemeiner Grundschulbildung dürfen deshalb nicht isoliert von einander behandelt werden.




Downloads:


Positionspapier, März 2006 (dt.)


Position Paper, April 2005 (engl.)


Policy Note on MDGs, 2005 (engl.)


Aktionsrahmen,Übersicht


Dreiecksmodell, Mai 2004 (dt.)


Was ist Kinderarbeit?, Broschüre

www.globalmarch.de