Bildung für Alle...............................................................................................


Bildung für alle (Education for All/ EFA) ist ein übergeordnetes Ziel der UNESCO. Auf dem Weltbildungsforum 2000 in Dakar (Senegal) haben sich 164 Länder verpflichtet, die sechs EFA-Ziele, die dort definiert wurden, bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Die Zahl der Analphabeten, die bei 781 Millionen weltweit liegt, soll bis 2015 um die Hälfte reduziert werden. 77 Millionen Kinder weltweit sollen uneingeschränkten und kostenfreien Zugang zu qualitativ guter Grundschulbildung erhalten. Ein weiteres Ziel ist es, Gleichheit zwischen den Geschlechtern beim Zugang zu Bildung zu erreichen. Die Idee von EFA beschränkt sich jedoch nicht auf die Erreichung von universaler Grundschulbildung – wie es die Millenniumsentwicklungsziele tun – sondern strebt einen umfassenden Bildungsansatz für alle Altersgruppen als Grundvoraussetzung für persönliche Entwicklung an.

Der Aktionsplan von Dakar sieht vor, dass Regierungen, UN-Organisationen, NGOs und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um

• nationale EFA-Pläne zu erarbeiten,

• die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen bereitzustellen,

• lokale, nationale, regionale und internationale Partnerschaften auszubauen

• mit dem Ziel, die sechs EFA-Ziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen.


Die sechs EFA-Ziele....................................................................................


  • Ausweitung und Verbesserung der frühkindlichen Betreuung und Erziehung, insbesondere für gefährdete und benachteiligte Kleinkinder

  • Einführung der kostenfreien Grundschulpflicht bis 2015 für alle Kinder, Jungen und Mädchen

  • Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen durch Zugang zu Lernangeboten und Training von Basisqualifikationen ("life skills")

  • Reduzierung der Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte bis zum Jahr 2015 sowie Sicherung eines angemessenen Grundbildungsniveaus für Erwachsene

  • Ausgleich der Geschlechterdisparitäten im Bildungswesen insgesamt bis 2015

  • Bekräftigung von Qualität als Priorität bei allen Bildungsanstrengungen, um zu nachweisbaren Lernergebnissen sowohl im Bereich der Basisqualifikationen ("life skills") als auch im Lesen, Schreiben und Rechnen zu kommen

    Wo steht die Welt im Hinblick auf die sechs EFA-Ziele (dt,
    ), (Quelle: EFA Global Monitoring Report 2005)

    EFA Weltbildungsbericht 2007: Frühkindliche Förderung und Erziehung.........................................................................................................


    UNESCO beklagt in ihrem am 26.10.2006 in New York vorgestellten Weltbildungsbericht 2007 die Kluft zwischen reichen und armen Ländern bei der frühkindlichen Förderung und Erziehung. Während in Westeuropa nahezu jedes Kind ein vorschulisches Programm besucht, seien es in Lateinamerika und der Karibik 62 Prozent, in den arabischen Staaten 16 Prozent und in Afrika südlich der Sahara sogar nur 12 Prozent. Gerade benachteiligte Kinder, die von frühkindlicher Förderung am meisten profitieren würden, haben am seltensten Zugang zu Vorschulbildung. Als Gründe dafür werden Armut, ein niedriges Bildungsniveau der Mutter, Aufwachsen auf dem Land, Behinderung oder Unterernährung genannt.

    Der Weltbericht gibt einen Überblick über den Zwischenstand nach dem Weltbildungsforum in Dakar 2000, auf dem sich 164 Länder verpflichteten, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen.

    Weltweit stieg z.B. die Einschulungsrate für die Grundschule von 83 Prozent 1999 auf 86 Prozent 2004. In der Grundschulbildung dies den Mädchen zugute: Weltweit entfallen 94 eingeschulte Mädchen auf 100 eingeschulte Jungen. Allerdings schafft dies bis 2015 noch nicht die angestrebte Geschlechterparität. Dabei verzeichneten die Regionen mit den geringsten Einschulungsraten die größten Fortschritte: Afrika südlich der Sahara sowie Süd- und Westasien. […] Die Zahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, sank nach Angaben der UNESCO weltweit um 21 Millionen auf immer noch 77 Millionen 2004.

    Ungefähr 781 Millionen erwachsene Menschen sind Analphabeten, jeder Fünfte weltweit. Ein Großteil von ihnen lebt in Süd- und Westasien, in Afrika südlich der Sahara, im pazifischen Raum und in Ostasien.

    Schätzungen zufolge wären jährlich 11 Milliarden US-Dollar, also mehr als ein Dreifaches der bisherigen Mittel, nötig, um "Bildung für alle" zu erreichen. Selbst wenn die Geber ihre bis 2010 zugesagten Anhebungen einhalten, stünden jährlich nur 5,4 Milliarden US-Dollar, die Hälfte der erforderlichen Summe, zur Verfügung.

    Vollständiger Artikel: UNESCO beklagt Kluft zwischen reichen und armen Ländern bei frühkindlicher Erziehung, in: entwicklungspolitik online vom 26.10.2006

    Stellungnahme der parlamentarischen Staatssekretärin im BMZ Karin Kortmann, in: entwicklungspolitik online vom 26.10.2006


    Weltbildungsberichte.................................................................................


    • Education For All Global Monitoring Report 2007: Early Childhood Care and Education. (vollständiger Bericht in engl., )

    • EFA Weltbildungsbericht 2006: Alphabetisierung weltweit. (Dt. Zusammenfassung, )

    • EFA Weltbildungsbericht 2005: Verpflichtung zur Qualität. (Dt. Zusammenfassung, )

    • EFA Weltbildungsbericht 2003/04: Gleichstellung der Geschlechter. (Dt. Zusammenfassung/ BMZ-Spezial, Nr. 87 )

    • Deutsche Flashpräsentation zum EFA Weltbildungsbericht 2006. Start


    Deutsche UNESCO-Kommission: Bildung für Alle

    UNESCO: Education for All Global Monitoring Report (engl. Seite)

    UNESCO: Education (ausführliche engl. Seite mit zahlreichen Infos)


  • Education for All Fast Track Initiative (FTI)...........................................



    "Bildung für alle" ist das ehrgeizige Ziel der internationalen Gemeinschaft. Bis 2015 sollen alle Kinder im schulpflichtigen Alter eine Grundschule besuchen. Bis dahin soll auch die unterschiedliche Behandlung der Geschlechter auf allen Ebenen des Bildungssystems überwunden sein. Und die Zahl der Analphabeten soll bis 2015 um die Hälfte reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, hat die internationale Gemeinschaft die "Education for All Fast Track Initiative" (FTI) gestartet. Sie stellt Einrichtungen, Experten und Geld für die internationale Bildungsförderung bereit. Auch Deutschland beteiligt sich an dieser Initiative.


    Globale Bildungskampagne - Global Campaign for Education (GCE).................................................................................................................



    Bildung ist ein Menschenrecht und grundlegend für die Garantie von menschlicher Würde, Selbstbestimmung und Freiheit. Ungefähr 125 Millionen Kinder und ca. 880 Millionen Erwachsene wird dieses Recht jedoch vorenthalten.

    Die Globale Bildungskampagne (Global Campaign for Education/ GCE) fördert und fordert die Durchsetzung von Bildung als Menschenrecht und mobilisiert öffentlichen Druck auf Regierungen in Industrie- und Entwicklungsländern sowie auf die internationale Gemeinschaft insgesamt, damit diese dafür Sorge tragen kostenfreie, staatlich finanzierte Grundbildung für alle bereitzustellen. Dies gilt speziell für die Schulbildung für Kinder, aber auch Frauen und benachteiligte Gruppen der Gesellschaft.

    Links:

    • Internationale Website der Global Campaign for Education mit aktuellen Aktionen, Informationen zur Global Action Week 2006 Informationen zur Global Action Week 2006 und einer ausführlichen (englischsprachigen) Liste von Dokumenten zum Thema

    • GCE (2005): "Klassenziel verfehlt!" Ein Zeugnis über den Beitrag der reichen Länder zur Erreichung weltweiter Grundschulbildung für alle bis 2015. (dt. Übersetzung )

    • GCE; Asian South Pacific Bureau of Adult Education (2005): A "School Report" of 14 Developing countries in Asia Pacific to investigate their commitment to Basic Education. (Full Report, engl.)

    • GCE (2005): Girls can´t wait. Why girls´ education matters, and how to make it happen now. ( engl.)

    www.globalmarch.de